Historie und Who’s Who in vedischer Astrologie

  1. Was ist Jyotish?
  2. Die vedische Tradition
  3. Zweige der vedischen Astrologie
  4. Ursprung der vedischen Astrologie
  5. Chronologische Hinweise in der kosmischen Zeitordnung vedischer Texte und Kulturgeschichte Indiens
  6. Klassische Werke in der Tradition vedischer Astrologie
  7. Anwendungsgebiete der Astrologie
  8. Unterschied zwischen westlicher (tropischer) und siderischer (vedischer) Astrologie

Seit einigen Jahren hört man immer wieder von unterschiedlichsten Astrologiesystemen, die neben unserer im Westen bekannten Astrologie praktiziert werden.

Jedes System bietet auf eine besondere, zeitlose Art und Weise Lebenshilfe an und beantwortet Fragen, die uns im Alltagsleben zeigen können, wie wir das Leben glücklicher, erfolgreicher und sinnvoller gestalten können.

Wissen und Wissensvorsprung, den wir durch zusätzliche Anwendung astrologischer Hilfe erlangen können, kann mehr sein, als nur Orientierungshilfe im Leben oder Wettbewerbsvorteil in Zeiten der Krise oder Transformation.

In beinahe jeder alten Kultur finden wir Hinweise zur Astrologie. Dazu gehören die Chinesische Astrologie, der Maya Kalender, Keltische Astrologie, Ägyptische Astrologie, Indianische Astrologie und die Burmesische Astrologie, die uns zur vedische Astrologie Indiens bringt.

Ich habe versucht, in diesem einleitenden Artikel, ein wenig den komplexen historischen Hintergründen der vedischen Astrologie Indiens nach zu gehen und das „Who is Who“ in der vedischen Tradition von den Anfängen bis heute aufzudecken. Trotzdem scheint es immer noch mehr Fragen als Antworten auf die Fragen des Ursprungs zu geben. Wer Neugierig ist und seinen forschenden, suchenden Geist inspiriert tiefer in dieses Thema einzudringen, wird nach anfänglichem Zögern ein immenses Feld unendlicher Weisheit und Wissen finden.

Was ist Jyotish?

Der Begriff vedische Astrologie, manchmal auch als Astrologie des Ayurvedas oder „Auge des Vedas“ genannt, bezieht sich auf die indische oder Hindu Astrologie. Es ist ein System, das seinen Ursprung im alten Indien hat, übermittelt durch die alten Weisen (Rishis) in den vedischen Schriften.

Von den vielen in Sanskrit oder Alt-Tamil überlieferten Dokumentationen zur vedischen Astrologie, gilt die Schrift von Maharishi Parashara, als authentisch und als Quelle der ursprünglichen Regeln. Diese sind in der "Brihat Parashara Hora Shastra“ festgehalten worden.

Jyotish ist ein überwältigendes Fachgebiet alter Weisheit. Es ist weit mehr als Astrologie und sollte auch nicht mit westlicher Astrologie verglichen werden obwohl man bei näherem Hinsehen viele Gemeinsamkeiten zu entdecken glaubt.

Um es in den Worten Adi Shakaras zu sagen:

“Jyotish ist das rang älteste Wissen vedischer Gedankenwelt und Philosophie. Ein Ozean der Weisheit. Eine Lebensspanne reicht nicht aus, um im Studium die tiefe Auseinandersetzung abzuschließen”.

Wörtlich übersetzt bedeutet „Veda“’ so viel wie Weisheit oder „Wissen“. In mehreren heiligen althinduistischen Schriften, den Veden, von denen es 4 Gruppen gibt, finden wir Lebensweisheiten, die alle Ebenen des menschlichen und gesellschaftlichen Lebens umfassen.

Jyotish, der Name der Astrologie der Veden, ist ein Sanskritwort, abgeleitet von Jyoti = Licht. Es wird am besten mit "die Wissenschaft vom Licht" übersetzt. Von den sechs Vedangas oder Glieder der Veden wird es als das wichtigste angesehen. Das wahre "Auge" der Veden. Durch das Studium von Jyotish, sehen wir alles über unsere Umstände hier auf Erden. Diese alte Wissenschaft offenbart die subtilen Einflüsse, die zu uns aus dem Universum kommen.

Im Westen gibt es viele von uns, die heute keinen Lebensinhalt in herkömmlicher Religion oder Philosophie finden. Wir suchen nach Antworten auf die grundlegenden Lebensfragen, wie:

"Wer bin ich?"

"Warum bin ich hier?"

"Was ist der Sinn des Lebens?"

Es existiert ein spirituelles Vakuum.

Vedische Astrologie (Jyotish) kann helfen, diese Art von Fragen zu beantworten. Sie ist seit jeher ein fester Bestandteil der religiösen und philosophischen Tradition Indiens. Viele indische spirituelle Texte des Yoga, des Ayurveda, Vaastu-Veda, Rig Veda usw. sprechen von Astrologie, insbesondere die Bhagavad Gita. In den frühesten Texten der Veden heißt es, dass man sich an einen Jyotishi, (Astrologen) einen Kundigen des Vedas wenden soll, wenn man das Ziel im Leben wissen möchte.

Ein weiterer Text sagt, dass ein König ohne Astrologie, wie ein Mann sei, der in seinem eigenen Haus “blind umher läuft”.

Wie wahr in der heutigen Zeit politischen Geschehens, wo der Sextant oder das Licht Jyotishs überall fehlen. Es geht in unserer Gesellschaft stets taumelnd und ohne inneren Lotsen „mit voller Kraft voraus“. „Wenn nicht jetzt, wann dann“ aber man weiß nicht wohin es geht. An den Inhalten der Parteiprogramme erkennen wir, wie orientierungslos und kurzfristig denkend die Politik ist. Inhaltsleer und ohne konkrete Strategie oder einer langfristigen, nachhaltigen Werteausrichtung.

Früher waren die Könige durch die Astrologie bestens beraten, um Entscheidungen zu treffen, korrekte Zeitqualität für ihre Aktivitäten und Ziele zu bestimmen, oder eine geeignete Strategie einzuschlagen die dem Dharma (Rechtschaffenheit, Werte, Naturgesetz) entsprechen musste.

Im Kern der vedischen Astrologie (Jyotish) und der damit verbundenen vedischen Wissenschaft, finden wir auch für unsere heutige Zeit eine reiche Quelle von Orientierungshilfen und Spiritualität.

Wenn Sie sich also diesem großartigen Thema widmen möchten, bedarf es eines bewussten, tiefen inneren Entschlusses.

Respekt, Offenheit für eine fremde Kultur und Freiheit von Konditionierungen westlicher Denkmodelle. Sie müssen sich von Jyotish und seiner spirituellen Dimension angezogen fühlen. Es ist überaus sinnvoll und hilfreich, sich von erfahrenen Lehrern anleiten zu lassen, die über Jyotish hinaus auch andere vedische Wissensgebiete kennen. Dazu gehören Ayurveda, Yoga und Advaita als auch eine didaktisch, pädagogische Vorbildung, Erfahrung und berufliche Qualifikation, um das Wissen systematisch vermitteln zu können. Diesen Lehrer nennt man Shiksha Guru. Ein Lehrer, Mentor und Unterweiser in die Kenntnisse und praktischen Aspekte spirituellen Wissens.

Astrologie gilt als die älteste aller Wissenschaften. Sie studiert die Auswirkungen der Planeten-Positionen und -Bewegungen auf unser Leben.

Jyotish ist in seiner Ausrichtung immer dem Dharma (Rechtschaffenheit, Werte, Naturgesetz) verpflichtet. Es gibt dem Menschen spirituelle und praktische Anleitung, um sich von A-Dharma (Unwissenheit) abzuwenden und ein Leben in Einklang mit den Naturgesetzen zu leben. Es fördert den Prozess, die Täuschung von Ahamkara (Ego, Ich-Bewußtsein) zu durchtrennen und den Menschen auf die Ebene von Atman und Brahman zu erheben. Der letzten unsterblichen und unvergänglichen Wirklichkeit.

"Jyotish Mati Pragya“ das allwissende Bewusstsein.

In Indien hat die Astrologie bis heute eine große Akzeptanz. Auch im Westen besteht wieder ein wachsendes Interesse. Alle wichtigen Lebensfragen zur Partnerschaft, Ehe, der Kauf eines neuen Autos oder Hauses, die berufliche Orientierung oder Lebenssinnfindung, werden in Indien nur nach Rücksprache mit einem Astrologen (Jyotishi) geklärt. Er gibt Tipps und Hilfestellungen zur erfolgreichen Realisierung des Vorhabens. Das kann z. B. sein, einen richtigen Zeitpunkt zu finden, notwendige Ressourcen zu benennen oder auf bestimmte Verhaltensweisen hinzuweisen. Ein Erfolg für das Gelingen eines Vorhaben, kann aber nur dann stattfinden, wenn das Ziel der spirituellen Aufgabe (Dharma) des Menschen entspricht.

So betont Adi Shankara, auch Shankaracharya genannt (acharya heißt Meister), der ein großer Lehrer, Erneuerer bzw. Philosoph des Vedantas war, (etwa 509 v.Chr.) folgendes:

„Nur die Eigenverantwortung und die Erlösungsfähigkeit des Menschen, kann die Ketten zu lösen, die durch Unwissenheit, lustvolle Begierden und Früchte des Karmas, entstanden sind“.

Er weist auch darauf hin, dass intellektuelles Streben ohne spirituelle Dimension nicht ausreicht: „Das Studium der Schriften ist fruchtlos, solange Brahman nicht erfahren wird“.

Die vedische Tradition

Im langen Stammbaum der vedischen Tradition gehört Shankara zu einem der bedeutendsten Lehrern. Bereits im Alter von 7 Jahren wurde er Schüler von Gaudapada, Bhagavatpada.

Zu den Schülern Shankaras zählten Visnusarman (Padmapada), Hastamalaka, Vartika-Kara und Trotakacarya in der Linie bis hin zu Guru Dev, Bhagavan Swami Brahmananda Saraswati, Shankarasharya von Jyotir Math, (1870-1953) der eine Reihe von spirituellen Lehrern der Neuzeit hinterließ. Diese arbeiten weiterhin an seinem visionären Werk spiritueller Erneuerung .

Der Legende nach soll Shankara eine Inkarnation Veda Vyasas gewesen sein und ein direkter Nachfahre von Maharishi Brighu, dem…..Ur-Ur-Ur-Ur-Urgroßvater der vedischen Tradition.

Zweige der vedischen Astrologie

Die Quellen über die Jyotishschriften weisen auf mehrere ergänzende Abhandlungen hin, die sich alle mit den makro-, und mikrokosmischen Energiefeldern der Schöpfung beschäftigen.

Ein historischer Zweig von Jyotish wird “Samhita Shastra” genannt, der als die Mathematik der Astrologie bezeichnet wird. Mit dieser Wissenschaft bestimmt man günstige Zeiten und Qualitäten für Ereignisse. In der vedischen Vorstellung unseres Universums betrachtet man alles, wie auch in der Quantenphysik, als Klang und Licht. Nada Brahma. Jyotish untersucht durch seine Methoden die Wirkungen des Lichts auf den Menschen, auf das Leben aller Geschöpfe und auf unseren gesamten Lebensraum.

Die grundlegende Prämisse der Astrologie ist, dass alle Dinge miteinander verbunden sind. Nach dem Gesetz von Resonanz steht alles in Verbindung, nichts existiert getrennt. Ihr Karma oder Geschick wird durch ein kosmisches Design vorherbestimmt.

Ich möchte es allerdings anders formulieren, „Voreingestellt“. Es liegt an uns, diese Voreinstellung anzupassen und uns nicht von der Grundeinstellung dominieren zu lassen. Yogananda sagte einmal, dass wir 75% altes Karma an Einflüssen in dieses Leben mitbringen. 25% ist das Karma, was wir in diesem Leben gestalten, also neues Karma schaffen. Wenn wir uns unserer Verantwortung bewusst sind, eigenverantwortlich und weise handeln, bereit sind für unser Handeln die Konsequenzen zu übernehmen, dann können wir die 75% Karma beherrschen. Ansonsten werden wir von den 75% beherrscht, was dann als Schicksal oder Vorherbestimmung verstanden wird.

Die beiden Wissenschaften “Nakshatra Vijyan” (Astronomie) und “Phalit Jyotish” (voraussagende Astrologie) ergeben zusammen “Jyotish”.

Bereiche der vedischen Astrologie (Jyotish) sind:

Ganita: astronomische Berechnungen

Siddhanta Jyotish: mathematische Aufteilung und Trennung des Raumes, Planeten, Astronomie

Jaataka oder Jatak Shastra: Vorhersage und Heilkunst

Hora: Interpretation und Analyse

Samhita Jyotish: Analyse von Naturphänomenen, günstige Zeiten (Muhurta)

Prashna Jyotish: Astrologie der Psychologie, der Zahlen, der Buchstaben, der Atmung

Shakuna Jyotish: kosmische Omen, Zeichen, Träume

Angividya (oder Samudrik Shastra) : die Wissenschaft und das Studium über Zusammenhänge zwischen Körperteilen, Organen und planetaren Einflüssen

Samudrik Shastra: Analyse von Merkmalen der Körperteile, Größe, Form, Farbe, Substanz, Konstitution, Zeichen und Male

Mukh Shastra: Studium der Merkmale, Gesichtszüge, Zeichen, Male, Linien und Form

Paad Shastra: Füße, Studium der Merkmale, Zeichen, Male, Linien und Form

Hast Rekha Shastra (Hast Jyotish). Vedische Handlesekunst. Studium der Merkmale, Zeichen, Male, Linien und Form

Ursprung der vedischen Astrologie

Entsprechend einer Überlieferung aus dem alten Indien sagt man, dass Maharishi Bhrigu, einer der sieben großen Weisen (Saptarishis) und einer der 23 Prajapatis war, (Urväter der Schöpfung) die durch Brahma, (vedischer Gott der Schöpfung) erschaffen wurde.

Den großen Rishis (Seher) zur Folge ist in der gesamten Schöpfung, in unserem Universum, unserer Welt in der wir leben, alles perfekt organisiert und strukturiert. Wir verstehen nur nicht den Referenzrahmen, deshalb kommt es uns als chaotisch vor. In der Sichtweise der Rishis ist alles harmonisch und intelligent aufeinander abgestimmt, den Regeln eines inneren allmächtigen Naturgesetzes unterworfen. Innerhalb aller materiellen Manifestationen, von den Quanten, den Atomen bis zu den größten und entferntesten Galaxien entdecken wir ein gemeinsames Muster.

Maharihi Brighu war derjenige, der als erster Inhalte zur voraussagenden Astrologie zusammen gestellt hatte. Er war der Verfasser der Bhrigu Samhita, ein Grundwerk der vedischen Astrologie (Jyotish) welches der Annahme nach in der vedischen Zeitepoche, dem Treta Yuga, ca. 3.000 vor Chr. entstanden sein soll.

Deshalb wird Bhrigu als der Vater der vedischen Astrologie (Jyotish) angesehen. Er ist der Sohn und ein Wunschkind Brahmas, (Manasa Putra) .

Als Brahma die Welt erschaffen wollte, wünschte er sich einen Sohn, der ihm als Helfer zur Seite stehen sollte. Dieser Sohn ist der Sage nach Brighu, der mit Khyati, der Tochter von Daksha vermählt war.

Aus dieser Ehe kamen zwei Söhne empor, die man Dhata und Vidhata nannte. Den Geschichten der puranischen Enzyklopädie zur Folge, ist Laxmi, die Gemahlin von Vishnu, ebenso eine Tochter Brighus. Ein weiterer Sohn den Brighu hinterließ, war Shukra, der noch berühmter als sein Vater wurde. In einzelnen Traditionen wird auch der Weise Chyvana als Brighus Sohn erwähnt.

Die Nachfahren in der Linie des Weisen Bhrigu werden “Bhrigus” genannt. Sie sind die oberirdischen Sturmgötter, die das Gleichgewicht zwischen Erde und Himmel aufrecht erhalten.

Je tiefer man in die vedische Philosophie und Kultur eindringt, je mehr erkennt man die metaphysischen und naturgesetzmäßigen Zusammenhänge, die einem ein umfassenderes Verständnis zur vedischen Astrologie (Jyotish) eröffnen.

Chronologische Hinweise in der kosmischen Zeitordnung vedischer Texte und Kulturgeschichte Indiens

Die Brighu Samhita gilt als eine Sammlung von mehr als 5 Millionen Horoskopen, die alle Lebensbereiche unseres Universums betrachtet und einbezieht. Dem Ergebnis tiefer Studien dieses Werkes und seiner Regeln zufolge, ist demnach das Schicksal jedes Lebewesens im Universum vorherbestimmt.

Vasistha, ein weiteres wichtiges Mitglied der Gruppe der Saptarishis, (die großen 7 Seher) die von Brahma abstammen, war Rajpurohit (ein königlicher Priester) und Rajguru (königlicher Lehrer und Ausbilder) der Suryavansha (Sonnendynastie). Vasishta war im Besitz der heiligen Kuh Kamadhenu, die Mutter aller Kühe und Nandini, ihrem Kind, was in der Lage war seinem Besitzer jeden Wunsch zu erfüllen.

Vasishta war der große Guru und Lehrer von Lord Rama im Heldenepos “Ramayana”. Die genaue Entstehungszeit des Ramayana, ist nach heutiger westlicher Auffassung und Zeitrechnung unklar. Demnach liegt sie zwischen dem 4. Jh. v. Chr. und dem 2. Jh. n. Chr. Was aber strittig ist, wegen den unterschiedlichen Kalendersystemen, da in der vedischen Zeitrechnung und Kosmologie andere Epochen und Zeitzyklen genutzt werden. Bei diesen Zyklen kann ein Umfang zwischen 1.200 und 360.000 "Menschenjahren" ja sogar 4.200.000 Jahre erreicht werden. (Yugas)

In den überlieferten Texten der ‘Harappa’ spricht man von stellaren Bezügen, von Planeten und Konstellationen, die auch im Rig-Veda aufgeführt sind. Der Rig-Veda, mit seinen astronomischen Hinweisen, kann nahezu mit Sicherheit auf wenigstens 4.000 vor Chr. datiert werden. Darin werden die Zeichen (Rashis) und Planeten (Grahas) bereits erwähnt und aufgrund der astronomischen Befunde des Harappa Textes kann man sicher sagen: die 12 Zeichen und die 7 Planeten finden im alten Indien (Bharat) ihren Ursprung. Die Herkunft der indischen Urväter: Nagas, Draviden, Uiguren und Harrapa, ist jedoch nicht 100% geklärt. (Hinweise sind nur in mythologischen Ãœberlieferungen zu finden)

Einen interessanten Hinweis zu den großen Zeitepochen, finden wir wider erwachten in der Astronomie. „Suryasiddhanta“, „Paitamahasiddhanta“ und „Brahmaguptasiddhanta“ sind drei vedische Bücher über Astronomie, in denen die Himmelskoordinaten verschiedener Sterne angeben sind.

Diese Koordinaten weichen jedoch auf den ersten Blick deutlich von den Erkenntnissen der modernen Astronomie ab. Mit Hilfe moderner Messtechniken und Berechnungen wurden die Sternenbewegungen zurückverfolgt und zeigen ein überraschendes Ergebnis. Die in den vedischen Texten enthaltenen Koordinaten sind doch zutreffend – allerdings zu einem Zeitpunkt der Tausende von Jahren in der Vergangenheit liegt. Einige Angaben beschreiben Konstellationen, wie sie vor mehr als 50.000 Jahren am Himmel zu sehen waren. In bildlichen Darstellungen, sind sogar Hinweise in der „Vishnudharmottara Purana“ darüber zu finden.

Der amerikanische Historiker Will Durant weist in seiner Kulturgeschichte der Menschheit, „Das Vermächtnis des Osten" darauf hin, dass diese Hochkultur vermutlich bereits früher existiert hat, und noch entwickelter gewesen sei.

Er schreibt: "Sonderbar genug, die untersten Schichten dieser Ãœberreste (von Mohenjo-Daro) weisen eine höher entwickelte Kunst auf als die oberen – als ob die ältesten Lager von einer bereits Hunderte, vielleicht Tausende von Jahren alten Kultur herrührten …. Nach der Hausarchitektur, dem Siegelschnitt und der Anmut der Tonwaren zu schließen, war die Induskultur zu Beginn des dritten Jahrtausends v. Chr. der babylonischen überlegen. Aber das war eine späte Phase der indischen Kultur; sie könnte auch schon früher führend gewesen sein."

Heute unterstreichen neue Funde, wie die versunkene Stadt "Dwarka" und die 1,7 Mio Jahre alte Brücke zwischen Indien und Sri Lanka auf eine unermesslich große alte vedische Kultur hin, die im Ramayana mit seinem Herrscher "RAMA" beschrieben wird.

Kommen wir zurück zu Vasishta. Er soll um 3.500 v. Chr gelebt haben. Das beweist der Fund eines Kupferstücks mit dem Bildnis eines Menschen, der im Stil der Zeitperiode des Rigvedas gekleidet ist. Verschiedene Untersuchungen dieses Fundes, die unabhängig von 3 bedeutenden Universitäten durchgeführt wurden, belegen aufgrund einer Reihe von Tests die Richtigkeit der Datierung. Verwendet wurden für die Untersuchungen 14 verschiedene Kohlenstoffanalysen, spektroskopische Analysen, röntgenographische Analysen der Feinstruktur und Metallkunde (Metallographie).

Vasishtha wurde auch Arundhati genannt. Er hatte einen Sohn mit Namen Shakti-Muni. Shakti-Muni hatte einen Sohn mit Namen Parashara.

Parashara war derjenige, der die grundlegenden Texte vedischer Astrologie in der – Brihat Hora Sastra – zusammen trug.

Auf der Brihat Parashara Hora Shastra baut bis heute die Ausbildung der vedische Astrologischen Lehre auf.

Ein weiteres Mitglied in der Tradition vedischer Ãœberlieferung ist Vyasa.

Vyasa, bekannt auch als Veda Vyasa, begegnet einem bei der Auseinandersetzung mit vedischer Weisheit immer wieder. Er ist der Autor des “Mahabharata”. „Die große Geschichte der Bharatas“ ist das bekannteste indische Epos. Das Mahabharata ist das bedeutendste und umfangreichste Sanskritepos der Hindus, das von Ereignissen der Weltgeschichte bis hin zum gegenwärtigen Zeitalter berichtet. Der bedeutende philosophische Text des Mahabharata ist die Bhagavad Gita.

Von westlichen Wissenschaftlern werden die heiligen Texte sowie die Epen Ramayana und Mahabharata zumeist als mythische Erzählungen gewertet. Beide Epen wurden zwar offensichtlich in der post-vedischen Zeit geschrieben oder zumindest nach vorheriger mündlicher Überlieferung konkret festgehalten, wobei das Mahabharata das jüngere der beiden ist. Meiner Ansicht nach spiegeln sie aber deutlich die Ereignisse der vedischen Ära tausende Jahre zuvor wider und stellen daher nicht nur die Beschreibung eines Mythos dar.

Das Lesen und Studium der Bhagavad Gita zum tieferen Verständnis von Jyotish, vedischer Denkweise und Psychologie ist ein unbedingtes Muss, wie auch grundlegende Kenntnisse der vedischen Kultur, Theologie und Philosophie.

Einer Legende nach ist Ganesh, der Schreiber des Mahabharata. Diktiert wurde das Werk von Vyasa im Auftrag Brahmas. Vyasa, der Autor des Epos, empfing während einer Meditation die Eingebung zu diesem Text durch Brahma und den Auftrag, Ganesh das Epos zu diktieren. Ganesh erschien vor Brahman und erklärte sich bereit das Mahabaratha zu schreiben, aber nur unter der Voraussetzung, dass Vyasa ohne Pause diktieren würde. Vyasa erklärte sich einverstanden unter der Bedingung, dass Ganesh die Gedanken und Bedeutung erst verstanden haben muss, bevor er es niederschreibt. Dies gab Vyasa genug Zeit die Verse zu dichten.

Aus dieser Legende wird abgeleitet, dass das Mahabaratha nicht gelesen werden sollte. Vielmehr ist es wichtiger wie Ganesh die Geschichte in kleinen Teilen zu hören, um die Tiefe der Bedeutung der einzelnen Verse zu verstehen. Interessant ist, dass Brahma den Auftrag gibt, Ganesh, der ein Sohn Shivas ist, das Epos schreiben zu lassen und Krishna, die Inkarnation Vishnus (der Erhalter) der Hauptheld dieser größten und bedeutendsten Sanskritdichtung ist. Mahabharata (der grosse Kampf) gilt als Lehrbuch des Dharmas.

Vyasa ist der Sohn von Kali, einer Fischersfrau, spätere Königin Satyavati. und dem Wandermönch Parashara. Ähnlich wie in der christlichen Geschichte, empfing Kali ihren Sohn Vyasa ohne ihre Jungfräulichkeit zu verlieren, als ein Geschenk Vishnus. Vyasa war der Großvater und spirituelle Lehrer der beiden Geschlechter, Kauravas und der Pandavas, um die es in der Mahabharata geht.

Die beiden Söhne, Dhritarashtra (Kauravas) und Pandu (Pandavas), wurden in das Geschlecht des Kuru Fürstenhauses adoptiert, als Söhne der königlichen Familie von Vichitravirya. Aus der ursprünglichen Linie der Pandavas, entstammt auch der Schüler Krishnas “Arjuna”.

Die ältesten schriftlich vorhandenen Texte der Mahabharata schätzt man im Westen auf ein Datum um 400 vor Chr.

Es gibt einzelne Hinweise dafür, dass es aufgrund archäologischer Funde frühere Texte gibt, datiert auf 1.100 v Chr, die in Riztschrift und Gravuren hinterlassen sind.

Bis 700 v. Chr. zeigen Untersuchungsergebnisse die Brhami Schrift, die weit vor 600 v. Chr angewendet wurde und dem Eisenzeitalter zugeordnet wird.

Lange vor den ersten Aufzeichnungen wurde das vedische Wissen jedoch in mündlicher Form weiter gegeben. Als Shrutis bezeichnet man in der ursprünglichen Lehrform des Vedas die Schriften, die als zeitlose Offenbarung angesehen werden und daher unbedingt verbindlich sind. Sie gelten als Weisheiten, welche die Rishis (Weisen) direkt (vom Göttlichen) "gehört" haben.

Die Bedeutung der Veden ist auch heutzutage noch enorm. Beispielweise wurde die Tradition der vedischen Gesänge von der UNESCO in die Meisterwerke des mündlichen und immateriellen Erbes der Menschheit aufgenommen. Großes Interesse lösten die Veden auch bei deutschen Philosophen des 18. und 19. Jahrhunderts wie Kant, Hegel, oder Schopenhauer aus. So schrieb Schopenhauer in Parerga und Parallipomena: „Der Upanishad ist … die Ausgeburt der höchsten menschlichen Weisheit.“

Vyasa ist eine Schlüsselfigur in den meisten Bereichen vedischer Traditionen. Er wird auch “Veda Vyasa” genannt, was so viel bedeutet wie: “Der, der die Veden zusammen getragen hat.”

Ein weiterer Name für Vyasa war Krishna Dvaipayana, der als Urheber der Fassungen des Vedas und der Ergänzungstexte, den Puranas anerkannt ist.

Klassische Werke in der Tradition vedischer Astrologie

Vyasa hatte 5 wichtige Schüler. Dazu gehörten Sumantu, Jaimini, Paila, Vaisampayana und Suka. Vyasas Schüler Jaimini, war ein großer Philosoph der Mimansa Schule vedischer Philosophie. Die Jaimini Sutras oder auch Upadesha Sutras, sind ein weiteres klassisches Werk, was einen ähnlich wichtigen Stellenwert in der Jyotishliteratur hat wie die „Brihat Parasara Hora Sashtra“, von Maharishi Parsara.

Jaimini gab einen umfassenden begleitenden Kommentar zu diesem Standartwerk und so entstand ein ergänzendes astrologisches System nach Jaimini benannt. Das "Jaimini System ".

In historischen Geschichten der Puranas, findet man eine Reihe von Hinweisen zu den Yavanas, einer Ksatriyaklasse, (Krieger) und ihrem Land. Eine Bestätigung dafür gibt es sogar in der Mahabharata.

Die Yavanas kämpften in der Mahabharata auf dem Feld von Kurukshetra zusammen mit den Kauravas .

Historiker fanden Fakten über Verbindungen der Yavanas zu den Ioniern in Griechenland. (Yavanas – lonians) Die Ionier waren neben den Aiolern, Dorern und den Achaiern einer der Stämme des alten Griechenland. Sie gehörten nach gängiger Lehrmeinung zur ersten Welle griechischer Einwanderer um 1.600 v. Chr. Sie waren ursprünglich an der Westküste Kleinasiens angesiedelt. (Heutige Türkei) In Turksprachen und im Kurdischen ist die türkische Form "Yunanistan" noch heute üblich. Die Herkunft der Ionier wird als älter datiert als die der alten Ägypter, die schon früh eine enge Verbindung mit dem alten Indien hatten.

Daivajna Varahamihira 505 – 587 CE, auch Varaha, oder Mihira genannt, war ein indischer Astronom, Mathematiker und Astrologe, der in Ujjain, Madya Pradesh lebte, einer von Indiens sieben heiligen Städten.

Er wurde am Hofe zur Zeit des legendären und machtvollen Königs Vikramaditya, (Gupta Periode, Imperator Chandragupta II Vikramaditya) als einer der “neun Juwelen” (Navaratnas) bezeichnet .Die Schwiegertochter des Königs, Khana, war ebenso eine berühmte Astrologin. Varahamihira war ein Anhänger des Sonnenkults Savitru und verfasste die “Brihat Jataka”.

Seine Arbeit beeinflusste die astrologischen Traditionen auf dem Weg nach Westen

Zu seinen Werken gehörten:

Brihat Jataka – sie wird als eine der 5 wichtigsten Abhandlungen zur vedischen Astrologie betrachtet

Daivaigya Vallabha

Laghu Jataka

Yoga Yatra

Vivaha Patal

Sein Sohn, Prithuyasas, leistete ebenfalls seinen Beitrag mit einem berühmt gewordenen Buch zur Horoskopanalyse "Hora Saara“. Dieses Buch ist als gleichwertig anzusehen neben den Standartwerken: Parasara Brihat Hora Shastra, Brihat Jataka, Saravali and Jataka Parijata

Anwendungsgebiete der Astrologie

Astrologie ist eine grundlegende Wissenschaft mit mannigfaltigen, weit gefächerten Fachgebieten. Man verwendet sie, um Geburtshoroskope zu erstellen (Janma Kundali) die auf der Grundlage des Geburtstages, der Geburtszeit und dem Geburtsort berechnet werden. Sie können genutzt werden, um mit Hilfe von “Prashnas” (Fragehoroskope) spezifische und konkrete Fragen zu beantworten oder günstige Zeitfenster zur Durchführung unterschiedlichster Aktivitäten zu finden (Muhurtas/Elektionshoroskope).

In Indien wird die gesamte Bandbreite vedischer Astrologie genutzt. Dennoch ist eines der beliebtesten Themen die Partnerschaftsanalyse vor der Eheschliessung. Die Ehe und die Familie sind ein wichtiger Bestandteil des indischen Lebens, was eingebunden ist in die vedische Kultur seiner Vorväter, wenn auch vieles durch neuzeitliche Denkweisen und fremden, materialistischen Einflüssen verloren gegangen ist. Dennoch wird die Familie immer noch hoch geschätzt.

Die astrologische Dokumentation und Analyse durch den Astrologen für ein neugeborenes Kindes ist überaus wichtig, um den gesamten Lebensweg einschätzen zu können. Deshalb lassen die Eltern gleich zur Geburt ein Horoskop anfertigen. Wenn das Kind das heiratsfähige Alter erreicht, gleicht man mit dem Bräutigam oder der Braut die astrologischen Übereinstimmungen ab.

Indische Astrologie ist ein Hauptbestandteil der indischen Kultur. Die meisten Familien Indiens haben einen Hausastrologen, so wie wir im Westen einen Anwalt haben, einen Hausarzt oder einen Friseur, zu dem wir regelmäßig gehen. Diese uralte Tradition wird immer noch gepflegt, trotz der boomenden, technisch orientierten Neuzeit Indiens

Ich selbst habe mit Kompatibilätätsanalysen bei Paaren sehr viel Erfolg. Eine Jyotish-Paaranalyse kann Themen aufdecken, die mit Familienaufstellungen oder ähnlichen Paartherapiemethoden oft nicht erfasst werden. Leider kommen meine Klienten erst zur Beratung, wenn es oft zu spät ist. Es macht mehr Sinn in der Frage der Partnerschaft, ob als Lebenspartner oder als Geschäftspartner, einen Astrologen zu konsultieren, als später teure Honorare den Anwälten zu zahlen.

Die verschiedenen Anwendungsgebiete der vedischen Astrologie, die heute wie in der westlichen Astrologie zum Einsatz.kommen sind:

Gebursthoroskope

Parterschaftshoroskope

Monatshoroskope

Jahreshoroskope

Berufshoroskope

Persönlichkeitshoroskope

Gesundheitshoroskope

Fragehoroskope

Weiterhin gibt es 16 nach Parashara gebräuchliche vom Gebursthoroskop abgeleitete Segmenthoroskope (Vargas) für:

Veranlagung, Talente, Beruf, Lebenssinn, Wohlstand, Geschwister, Freunde, Wohlbefinden, Gefühle, Leben der Kinder, Ehe und Partnerschaft, Macht, Status, Erfolg, Schicksal und Karma, Heim, Besitz und Fahrzeuge, spirituelle Entwicklung der Seele, geistige und meditative Kräfte, Feindschaft, Unglück Krankheit, schlechte Gewohnheiten, emotionale und psychische Neigungen, moralisch und ethische Einstellung.

Unterschied zwischen westlicher (tropischer) und siderischer (vedischer) Astrologie

Vor Tausenden von Jahren, wurde das Wissen über die vedische Astrologie vom Lehrer an den Schüler mündlich vermittelt.

Erst zum Beginn des "Kali Yuga" wurde dieses Wissen in schriftlicher Form auf Palmblättern, als astrologische Literatur für die künftigen Generationen dokumentiert.

Heute ist die Essenz der Astrologie eingebunden in hochwertige astrologische Software. Die mittlerweile vorhandenen Programme sind in den Berechnungen immens präzise. Auf der Grundlage wissenschaftlicher Kalkulation geben sie ausführliche Ergebnisse und mathematische Analysen, die dem erfahrenen Astrologen als Grundlage zur Deutung dienen.

Die Unterschiede der beiden Systeme, die als tropische oder siderische Astrologie bezeichnet werden, sind zwischenzeitlich jedem Astrologen bekannt. Grundsätzlich sollte man sich für ein System entscheiden und diese nicht mischen.

Die grafische Darstellung des Geburtshoroskops von Jyotish, ist eine Bild welches die Planetenkonstellation in Beziehung zu der Erde zum Zeitpunkt der Geburt darstellt. Es zeigt, welches Tierkreiszeichen am östlichen Horizont aufsteigt, in welchen Zeichen die Planten stehen und welche Ecke des Himmels von ihnen besetzt werden – welcher Lebensbereich oder Haus davon betroffen ist. Die interaktive Beziehung, zwischen den Planeten und anderen Elementen des Horoskops (z. Bsp. Häuser, Zeichen, Mondhäuser) die in der Grafik (Janma Kundali) dargestellt werden, spiegelt die Höhen und Tiefen eines Lebens wieder. Die Planentenpositionen zeigen den Einfluss der Naturgesetze und der Elemente zur Zeit der Geburt an.

Ein grundlegender Unterschied zwischen vedischer Astrologie und der westlichen Astrologie liegt in der Anwendung des siderischen Tierkreises, im Gegensatz zum tropischen Tierkreis. Der Tierkreis (Zodiak) ist eine Art Himmelsgürtel, der sich entlang der Sonnenbahn (Ekliptik) ausdehnt. In dieser 360° aufgeteilten Bahn, die wiederum in 30° aufgeteilt werden für die Tierkreiszeichen Widder, Stier, Zwilling usw., bewegen sich scheinbar Sonne, Mond, Mars, Merkur, Jupiter, Venus und Saturn und alle anderen uns bekannten Planeten um die Erde. Dieser Tierkreis ist in 12 gleiche Teile geteilt, die als Tierkreiszeichen bekannt sind. Im Sanskrit werden diese Zeichen „Rashis“ genannt.

Der siderische Tierkreis, der in Jyotish verwendet wird, entspricht dem Bild, was wir bei einem Blick zum Himmel tatsächlich sehen. Die vedische Astrologie orientiert sich anders als die tropische Astrologie an den Fixsternen, was ein selbst leuchtende Himmelskörper sind, und an festen Sternbildern. Nicht am beweglichen Tierkreis. Diese Fixsterne helfen dann zur Kennzeichnung der 12 und 27 Unterteilungen für die Konstellationen und Mondhäuser (Nakshatras) des siderischen Zodiaks. Der siderische Tierkreis, bei dem Tierkreiszeichen und Sternbilder identisch sind, kann auch als „fix“ bezeichnet werden.

Während bei dem tropischen Tierkreis der Beginn dadurch definiert ist, dass die Sonne bei ihrem jährlich Lauf scheinbar den Himmeläquator von Norden nach Süden überquert, ist das bei der Verwendung des vedischen System nicht so einfach festgelegt.

Der tropische Tierkreis, der in der westlichen Astrologie genutzt wird, nutzt den Frühlingszeitpunkt (die Sonnenposition am Frühlingsanfang) als Bemessungsgrundlage der 12 Tierkreiszeichen im Zodiak. Der tropische Tierkreis wird auch als „beweglicher Tierkreis“ bezeichnet, da der Moment der „Frühlingstagundnachtgleiche“ sich entgegen dem Hintergrund von fixen Sternen bewegt.

Aufgrund einer geringen Bewegung und eines leichten Taumelns in der Erdachse, ähnlich wie bei einem Kreisel, sieht es so aus, als ob sich der Frühlingszeitpunkt im Laufe der Zeit verändert.

Vor 2.500 Jahren befand sich der Frühlingszeitpunkt, (Frühlings-Äquinoktium Frühlings-Tagundnachtgleiche, 21. März), aus Sicht der Erde, im „Widder“.

Der Ausgangspunkt des siderischen und tropischen Tierkreises stimmen alle 25.800 Jahre überein. Ab dann entfernen sie sich voneinander jeweils um 1 ° im Zeitraum von 72 Jahren. Der Abstand in der Entfernung, zwischen dem siderischen und dem tropischen Tierkreis wird „Ayanamsha“ genannt.

Im Jahre 2009 befindet sich dieser Zeitpunkt bei ca 6° im Zeichen der „Fische“. Laut des sogenannten Ayanamsha, bewegt sich der Frühlingszeitpunkt (Tagundnachtgleiche) jeweils um 1° alle 72 Jahre rückwärts durch den siderischen Tierkreis. Der Ayanamsha-Wert, der von N.C. Lahiri entwickelt wurde und von der indischen Regierung anerkannt ist, liegt bei ca. 24° und wird jährlich neu berechnet.

Neben dem von N.C. Lahiri genannten Ayanamsha gibt es noch weitere, die sich allerdings nur minimal von dem Lahiri Ayanamsha unterscheiden. Dazu gehören unter anderem die Ayanamshas von Yukteshwar, Raman, Bhasin, Fagan und Krishnamurti.

In einigen hundert Jahren wird dieser Wert sich im Zeichen des Wassermanns befinden. Diesen Prozess nennt man Präzession des Äquinoktium. (Verschiebung des Frühlingspunktes). Aus diesem Grund gibt es unterschiedliche Sichtweisen der Astrologen, wenn sie über das Fischezeitalter, Wassermannzeitalter etc. reden.

Die aktuellen Konstellationen des siderischen Tierkreises sind identisch mit ihren Bezeichnungen, während die 12 beweglichen tropischen Tierkreiszeichen sich nicht mit den 12 Konstellationen decken, deren Namen sie tragen.

Astrologen, die für ihre Berechnungen den siderischen Tierkreis wählen, müssen also eine entsprechende mathematische Anpassung machen, um die präzise Bewegung auszugleichen. Das macht aber mittlerweile jedes dafür geeignete Softwareprogramm. Astrologen, die den tropischen, beweglichen Tierkreis anwenden, orientieren sich mittels der Position der Sonne am Frühlingspunkt der Tag und Nachtgleiche, bei 0° Grad Widder, um den Beginn des Tierkreises zu definieren.

Möchte man nun ein westlich astrologisches Horoskop, einem vedischen Horoskop anpassen, müssen wir lediglich ca. 24° Grad von der Position jedes Planeten, auf der Grundlage des vorhandenen tropischen Tierkreises, abziehen.

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Das Vedharma Institut für vedische Lebensweise http://www.vedharma.de ist der Träger dieses Angebots und unternimmt große Anstrengungen in der Förderung vedischen Wissens. Durch Vorträge, Beratungen und Seminare, soll das Wissen der vedischen Wissenschaften in einer modernen Form im Westen bekannt gemacht und kompetent vermittelt werden.

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