Niyama
Aus Vedharma
Pflicht, besondere Regeln, spirituelle Notwendigkeit, Gelübde, innere geistige Disziplin.
Der zweite Aspekt des Ashtangayoga:
1. Reinheit 2. Zufriedenheit 3. spirituelle Praxis 4. Studium der heiligen Schriften 5. Hingabe an Gott
Niyama - Selbstdisziplin
Niyama ist die zweite Stufe des Raja Yoga nach Patanjali und beschreibt eine Art Verhaltenskodex für den Umgang mit sich selbst. Patanjali beschreibt insgesamt fünf Niyamas: Shauca, Samtosha, Tapas, Svadhyaya und Ishvarapranidhana.
1. Shauca - Reinheit , Sauberkeit Shauca beinhaltet und beschreibt einen inneren und ein äußeren Aspekt. Äußerlich ist gemeinhin körperliche Sauberkeit und Hygiene gemeint, innerlich geht um die gesunde Funktion des Körpers welcher nicht durch Unreinheiten blockiert ist, und um die Klarheit des Geistes. Als schönes Beispiel aus dem Kundalini Yoga ist hier Ishnan zu nennen – die morgendliche kalte Dusche. Asanas (Körperübungen) und Pranayama (yogische Atemübung) gelten als wesentliche Mittel zur Erlangung der inneren Reinheit. Dhyana - Meditation schult den Geist und macht in klar.
2. Samtosha - Genügsamkeit, Bescheidenheit, Zufriedenheit
Oft haben wir Menschen bestimmte Erwartungen und sehen gewünschte Ergebnisse schon vor Augen. Wenn es dann doch anders kommt ist die Enttäuschung groß (Enttäuschung – das Ende der Täuschung). In diesem Zusammenhang bedeutet Samtosha (Genügsamkeit) die Annahme dessen, was sich ergeben hat – das Nehmen der Dinge, wie sie sind. Hierzu zählt auch bspw. das Annehmen der eigenen Misserfolge und die Bereitschaft aus ihnen zu lernen anstatt über sie zu jammern. Samtosha bedeutet auch, sich nicht mit anderen zu vergleichen.
3. Tapas - Hitze
Tapas bedeutet im Sanskrit "erhitzen": gemeint ist, den Körper von Abfällen und Unreinheiten durch "Verbrennung" (das Anfachen des inneren Feuers / Agni) zu reinigen und so gesund zu halten. Die Achtsamkeit gegenüber den Essgewohnheiten, Bewusstheit und Achtsamkeit beim Essen und bewusster, yogischer Atem werden als hilfreich betrachtet, die Ablagerung von "Schlacken" im Körper zu verhindern oder zu vermindern.
Tapas, die innere psychische Hitze wird auch durch Japa, das ständige Wiederholen von Mantren erzeugt und führt zum Verbrennen von Verdrängtem und dem Auflösen von Mustern, welche tief in unserem Nervensystem und unserem Unbewussten vergraben sind. Ein innerer Reinigungsprozess auf psychischer Ebene.
4. Svadhyaya – Reflexion, Selbsterforschung
Svadhyaya ist Reflexion, ein sich selbst näher kommen, Selbsterforschung. Svadhyaya bedeutet für den Yogi kritisches Beobachten und Hinterfragen des eigenen Denkens und Handelns, um so insgesamt bewusster zu werden. Das Studium spiritueller, philosophischer Texte ist auch ein wesentlicher Punkt der Selbsterforschung, da man Bezugspunkte braucht uns sich nicht immer nur um sich selbst drehen soll: Das kann, das Yoga-Sutra des Patanjali, die Bhagavad-Gita, der Siri Guru Granth Sahib, die Veden und Upanishaden oder andere spirituelle, philosophische oder religiösem Überlieferungen und Texte, sein.
5. Ishvarapranidhana - Gottvertrauen
Ishvarapranidhana : die Hinwendung zu Gott oder auch Gottvertrauen. Ishvarapranidhana bedeutet, sich von Ängsten und Zweifeln zu befreien im Wissen, dass Gott es gut mit uns meint und den richtigen Weg kennt. Gottvertrauen führt auch zu Aparigraha (Wunschlosigkeit), weil Gott viel besser weiß, was wir wirklich brauchen: Man soll einfach sein bestes tun und kann dann den Rest getrost Gott überlassen.

