Dharma

Aus Vedharma

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Dharma schliesst alle verdienstvollen Handlungen ein, die himmlische Freuden verleihen, sowie alle Tugenden, die einem helfen, seine Natur zu verfeinern. Dharma schliesst alle Pflichten ein, die einem Individuum in Übereinstimmung mit seiner Stellung im Leben aufgezwungen werden.

Zum Beispiel ist es das Dharma des Feuers, zu brennen. Wir können uns das Feuer nicht kalt vorstellen. Es ist die Qualität des Verbrennens, das das Feuer als solches aufrechterhält. So ist auch jedes Individuum ein Mitglied einer Gesellschaft. Jedes Individuum muss seinem eigenen Dharma oder seinem eigenen Weg im Leben folgen -- als Lehrer, Priester, Mutter, Vater usw...

Seinem Dharma folgen hält die Gesellschaft sorgfältig aufrecht und schafft soziale Harmonie und Glück.

Dharma bezeichnet das, was die verschiedenen Aspekte und Qualitäten eines Objektes als Ganzes zusammenhält. Es ist nicht nur Rechtschaffenheit oder Güte.

Es ist die eigentliche Natur von allem. Ohne diese essentielle Qualität kann es seine unabhängige Natur nicht behalten.



Zum tieferen Verständnis ist ein umfassendes Studium der Bhagavad Gita allerdings sinnvoll:

Dharma m Ordnung, Gesetz, Gebot Gottes; die Pflicht des Menschen; Ver­haltensregeln oder Regeln der Selbst­disziplin, Verpflichtung, Moralkodex; Rechtschaffenheit, Gerechtigkeit, Mo­ralgefühl, Tugendhaftigkeit. Dharma ist das, mit dem man in Einklang mit den Prinzipien der Veden kommt; abge­leitet von dem Wortstamm „dhri" mit der Bedeutung „tragen".

Der Dharma ist das, was man trägt. So wie Kleidung die Würde einer Person bewahrt, die sie trägt, so ist auch dharma das Maß für die Würde eines Menschen oder eines Volkes. Dharma ist die Form höherer Lebensführung, die durch die zum Ziel erhobenen Ideale, durch die erreichte Entwicklungsstufe, durch die Stellung des Individuums in der Gesellschaft und die Bewußtwerdung seiner selbst und seiner Stellung bestimmt wird. Der Weg des Dharma bedeutet Rechtschaf­fenheit, die mit Sicherheit zu innerer Reinigung und Harmonisierung führt. Bei allen weltlichen Tätigkeiten sollte man darauf bedacht sein, weder den Anstand noch die Regeln des guten Geschmacks zu verletzen.

Man sollte die Eingebungen der inneren Stimme nicht falsch umdeuten, sondern je­derzeit bereit sein, den Geboten des Gewissens zu folgen. Man sollte sich ständig vergewissern, daß man nieman­den in seiner Freiheit einschränkt, und mit wacher Aufmerksamkeit die Wahr­heit hinter der verwirrenden Vielfalt zu finden versuchen.

Dies und nichts anderes ist die Pflicht des Menschen, sein dharma. Wenn irgend etwas, was mit dem Begriff Wahrheit (satya) be­zeichnet werden kann, in weltliche Wirklichkeit umgesetzt wird, so nennt man es Dharma. Dharma ist nicht etwas, das jedermann nach Lust und Laune definieren darf. Man kann auch sagen, daß Dharma dasjenige ist, was den Menschen trägt, ihm Sicherheit und Stabilität im Leben gibt; denn Dharma ist als ein göttliches Gesetz unumstößlich und beschützt jeden, der Dharma beschützt.


Das Gegenteil von Dharma ist Adharma


Dharma ist ein Begriff, der sich in der Übersetzung nicht mit einem Worte wiedergeben lässt. Auf einen kurzen Nenner gebracht lässt er sich am zutreffendsten etwa so definieren, wie dies Ludo Rocher (in: Einführung in die Indologie, hrsg. v. Heinz Bechert und Georg von Simson, Darmstadt 1979, S. 174) getan hat:

„Dharma bedeutet in unserem Zusammenhang ,Verhalten, Verhaltensweisen, Weisen, in denen man sich verhalten sollte’. jedes Bestandstück der Weit trägt, indem es seinem eigenen, individuellen Dharma folgt, zur Aufrechterhaltung des kosmischen Dharma, sozusagen zum kosmischen Gleichgewicht bei.“


In der christlichen Kultur könnte man Dharma mit "Berufung" bezeichnen.

Demnach beruft sich niemand selbst. Immer geht diesem Denkmodell nach dem Aufbruch der Anruf Gottes zu einem neuen, größeren Leben voraus. Gott zwingt nicht, er ruft.

Berufungsgeschichten - das gilt auch für die Zeit der Kirche - schildern keine Beamtenlaufbahn, keine Bilderbuchkarrieren. Viele Menschen sind in ihrer Berufung für die Menschen da: unzählige Frauen und Männer in der konkreten Hilfe und in der Seelsorge. Entdeck den roten Faden Deines Lebens. So das Motto des Jahres der Berufung in unserer Diözese Rottenburg-Stuttgart. Jedes Leben ist anders. Keines gleicht einem anderen. Es ist einmalig.

In dieses einmalige Leben sind wir “gerufen“, sagt die Bibel. Noch vor den Eltern hat der Schöpfer uns aus dem Nichts ins Dasein gerufen: Komm, ich möchte, dass du lebst; ich freue mich auf dich; es soll die Welt nicht ohne dich geben!

Am Anfang von allem und an unser aller Ursprung steht nicht irgendetwas, sondern Gott in seiner schöpferischen Liebe. Er hat jede und jeden von uns beim Namen gerufen. Das ist der Grund unserer besonderen Würde, darum sind wir in besonderer Mission unterwegs. Wir sind weder Zufallsprodukte noch Blindgänger. Jeder ist ein Original, keiner eine Kopie. Mit jedem hat Gott Besonderes vor.

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