Atman

Aus Vedharma

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Atman bzw. Atma urspr.: Lebenshauch, Atem ist ein Begriff aus der indischen Philosophie. Er bezeichnet das individuelle Selbst, die unzerstörbare, ewige Essenz des Geistes und wird häufig als Seele übersetzt. Die unsichtbare Grundlage, das wirkliche Selbst. Die dem Menschen innewohnende Göttlichkeit, dei Seele, welche die Wirklichkeit innerhalb der fünf SChichten (kosha) darstellt, deren äußerste der Körper ist. Nach Auffassung der Advaita Vedanta Philosophie ist Atman in seinem Wesenskern identisch mit dem kosmischen Selbst, Brahman („Weltseele“). Dieses „reine Bewusstsein“ ist demnach das wahre Selbst des Menschen, das bei allen Wahrnehmungen, Gedanken und Gefühlen unverändert bleibt. Da Atman und Brahman nicht als zwei, sondern als ein einziges Prinzip betrachtet werden, bezeichnet man den Advaita-Vedanta als eine monistische Philosophie.

Im Zeitalter der Upanishaden (750-500 v.Chr.) werden die Weltenseele Brahman und das individuelle Selbst, Atman, als Wesenseinheit begriffen, die das wahre Wesen der Welt repräsentiert. Dieses Eine werde im Kosmos als Brahman, im Einzelnen als Atman erkennbar. Als Ziel des Lebens gilt es hier, die Einheit von Atman und Brahman zu erkennen. Jedoch sei Atman ständig existent und nie von der kosmischen Kraft, dem Brahman, getrennt. Atman verändere sich nicht.

In der vedischen Astrologie (Jyotish) wir die die Sonne (Surya) als die Seele dargestellt. Sie ist das Centrum des Universums und symbolisiert das Atma oder Atman, die Seele, der Kern und das Centrum in jedem Menschen. So hält sie alles in unserem Universum zusammen und jegliches Leben ist von ihr abhängig. Die Kraft der Sonne ist die Basis für alle weiteren Prozesse die in uns und um uns herum passieren. So werden auch die Planeten (Grahas) durch dem machtvollen Einfluss der Sonne beeinflusst und sind abhängig von ihrer Energie. Der Mond (Chandra) ist der Planet, der am die Eigenschaften der Sonne am meisten reflektiert udn von uns wahrgenommen wird.

Das beschreibt ein Text des Jataka Parjiata (Kap. 2, Sloka 1) und Mundak (3-1-8)auf schöne Weise:

"Der Mond ist der Geist. Der Mond oder Geist geben Leben und Stärke, wenn der Mond im Horoskop stark ist. Der Mond fungiert wie ein Aszendent und ein starker Aszendent sichert Leben und Stärke." "Der Allmächtige kann weder mit den Augen gesehen werden, noch in Worten angemessen beschrieben werden. Noch kann er Gegenstand der Erfahrung aller menschlicher Sinne sein. Noch kann er durch Strenge oder Handlung realisiert werden. Einzig durch einen reinen Geist kann das Wissen des Selbst vom Menschen wahrgenommen werden. Das heißt, dass ein reiner Geist seine Herrlichkeit reflektieren kann. Das ist die Fähigkeit eines reinen Geistes."

Während Anhänger des Advaita Vedanta den Atman als identisch mit der Weltseele sehen, frei von allen Attributen, sehen andere, insbesondere Vaishnavas (die Gott als Vishnu verehren) den Atman mit tranzendenten Eigenschaften. Rupa Goswami, ein Schüler des wichtigen vishnuitischen Philosophen Chaitanya, beschrieb diese ausführlich in seinem Werk Bhakti-rasamrita-sindhu: demnach besitzt der Atman sat, Sein, ewige Identität, er ist erfüllt von Bewusstheit, Wissen, cit, sowie ananda, Glückseligkeit. In Vaikuntha, der spirituellen Welt, hat er eine ewige spirituelle Form, rupa. Die Gestalt des Atman ähnelt nach dieser Auffassung der männlichen Gestalt Gottes oder Gottes Liebeskraft in weiblichen Formen wie etwa die von Radha, Sita oder Lakshmi. Hierbei handelt es sich um eine monotheistische Sicht.

Ein Mensch, den man als eine großartige Persönlichkeit respektiert, wird „Mahatma“, „Große Seele“ genannt, wie etwa Mahatma Gandhi .

Die indogermanische Sprachwurzel von Atman ist im deutschen Wort „Atem“ wiedererkennbar.

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